Lusaka – Kafue – Livingstone
Afrika Expeditionen Sambia Botswana beginnt in Lusaka. Am Flughafen steht schon das Safarifahrzeug, ein Allrad-LKW, bereit und es kann sogleich losgehen, da alle erforderlichen Vorbereitungen und Einkäufe bereits vorher erledigt worden sind. Nach etwa 50km erreichen wir die größere Stadt Kafue, überqueren hier auf einer eindrucksvollen Brücke den Kafuefluss und sind bald am River Motel, in der Nähe des Flusses gelegen. Wir übernachten aber nicht im Motel, sondern auf der zum Motel gehörenden Campsite, die etwas weiter entfernt, direkt am Fluss gelegen ist.
Von Fischern kaufen wir den ersten Fisch und unser Koch Chuma bereitet ein tolles Abendessen. Wir haben einen Freitag erwischt und da gibt es im Motel immer eine Band, die zünftige Musik macht und wo Fans aus der ganzen Gegend kommen, um abzurocken. Zu unseren Zelten müssen wir allerdings in der Nacht, nicht mehr ganz nüchtern, ca. 45 min zu Fuß latschen. Der Zeltplatz ist zwar sehr schön gelegen, aber es gibt sehr viele Moskitos und ein unangenehm singendes Geräusch aus einer direkt über unseren Köpfen vorbei laufenden Oberleitung.
Am nächsten Morgen geht die Fahrt auf einer guten Asphaltstraße weiter zur ca. 400km entfernten Stadt Livingstone. Auf halber Strecke campieren wir in einem Mopanewald an dem wir heute schon fast die ganze Zeit entlang fahren.
In der Stadt Livingstone, am Westende der Victoriafälle gelegen, übernachten wir auf einer Campsite in der Nähe des Ufers des Sambesi-Flusses, von wo wir in der Ferne schon das dumpfe Grollen der herabstürzenden Wassermassen hören.
Sobald wir das Camp aufgebaut haben, laufen wir zum Sambesi Canyon. Von hier kann man schon einen großen Teil der Wasserlandschaft überblicken. Die Victoria Fälle sind sicher Afrikas größtes Naturschauspiel. Innerhalb der Fälle verläuft die Grenze zwischen Sambia und Simbabwe, wobei zwei Drittel zu Simbabwe gehören.
Die Schlucht ist ca. 2Km lang und 100m tief. Die tosenden Wassermassen und die dschungelartige Umgebung der Fälle bieten immer noch weitgehend jene Unberührtheit, wie sie Livingstone 1855 bei seiner Entdeckung gesehen haben könnte.
Am nächsten Tag nehmen wir ein Taxi zur Grenze von Simbabwe. Wir besorgen uns ein Tagesvisum und wandern entlang der Straße bis zum östlichen Zugang zu den Wasserfällen am Ortsrand der Stadt Victoriafalls. Auch von hier an den vielen abenteuerlich gelegenen Viewpoints hat man einen gigantischen Ausblick auf die einzelnen Abschnitte der Fälle und das Denkmal des Entdeckers David Livingstone. Hier blickt er direkt auf den „Devil`s Cataract“ (Teufelskatarakt).
Die Höhepunkte unseres Aufenthalts an den Wasserfällen ist ein Rundflug über die Wasserlandschaft mit einem Kleinflugzeug der United Air Charters Ltd. und eine halbtägige Raftingtour in der Sambesischlucht mit der Firma SOBEK.
Für das Rafting müssen wir über einen schmalen Pfad zu den Booten am Flussufer hinuntersteigen. Dort bekommen wir die nötigen Instruktionen und dann kann es losgehen.
Es wird ein tolles, feucht-nasses Abenteuer, wobei auch 2 Boote kentern, aber alle unfreiwilligen Schwimmer wieder an Bord gehievt werden können.
Abends treffen wir uns im nahe gelegenen Intercontinental Hotel, wo das Video über die Raftingtour vorgeführt wird und wo man eine Videokopie kaufen kann. Nach dem Rundflug, der auf Simbabwe-Seite startet, machen wir noch einen Bummel durch den Ort Victoriafalls, statten dem altehrwürdigen „Victoria Falls Hotel“ aus der Kolonialzeit einen Besuch ab und nehmen einen (oder zwei) Abschiedsdrinks.

Kazungula – Nata – Kudiakam Salzpfanne – Maun - Okavango
Unweit von Livingstone in dem Ort Kazungula nehmen wir die Fähre über den Sambesi nach Botswana. An dieser Stelle grenzen die Länder Sambia-Namibia-Botswana-Simbabwe aneinander. An einem ausgetrockneten Tümpel stellen wir die Zelte auf und genießen die erste Nacht in Botswana.
Weiter geht es in südlicher Richtung auf einer guten Asphaltstraße bis zum Ort Nata. Hier biegen wir nach Westen ab und fahren über eine breite, hervorragende Piste. Wir sind nun im Gebiet der riesigen Salzpfannen von Makgadigadi, Nxai und Kudiakam und daher besteht die Pistenoberfläche vorwiegend aus fein gemahlenem Salzstaub. Eine breite Asphaltstraße ist aber bereits im Bau.

Nach weiteren 18 km erreichen wir das Kerngebiet der Kudiacam Salzpfanne. Die Gegend hier ist topfeben und mit Salzkrusten überzogen. Dann tauchen plötzlich am Horizont die Riesenbäume auf.
Die Gruppe dieser Baobabs, auch „Sleeping Sisters“ genannt, ist nach dem Forscher und Maler Thomas Baines benannt, der als erster Weißer Mitte des 19.JH hier durchzog und die Bäume malte. Im Schatten der Riesenbäume schlagen wir unsere Zelte auf.

Okavango Delta
Unser nächstes Ziel ist Maun, die letzte Stadt vor den Okavango Delta. Das Delta ist eine der eindrucksvollsten Landschaften der Welt. Der drittgrößte Fluss im Süden Afrikas entspringt im Hochland von Angola, wo er noch Cubango heißt. Er entwickelt sich nach der Regenzeit in Angola zu einem mächtigen Strom, der aber nie das Meer erreicht. Vielmehr versickert er nach 1.600 km an der Barriere aus tiefem Flugsand der nördlichen Kalahari und bildet so das berühmte ca. 16.000 qkm große trichterförmige Binnendelta. Auf der Campsite der „Crocodile Lodge“ campieren wir und heuern hier 2 Motorboote mit Bootsführern an, die uns ins Zentrum des Deltas zum „Chief`s Island“ bringen sollen.
Mit großen Einbäumen (Mokoros) leiten die Hirten die Rinderherden, die am Ufer grasen oder durch die Schilftümpel waten. Wir laden die Zelte und die Ausrüstung mit Verpflegung für die nächsten 3 Tage in die Boote und fahren los.
Die Flussarme werden immer enger und sind von Schilf fast zugewachsen, aber nach einigen Stunden zügiger Fahrt, auf der wir viele Tiere beobachten können, erreichen wir die vorgesehene Lagerstelle.
Von hier aus machen wir in den nächsten Tagen immer wieder Erkundungsfahrten in das Wasserlabyrinth.
Ohne Führer kann man aus der diesem Labyrinth kaum zurückfinden, zu sehr ähneln sich die Kreuzungen und Abzweigungen der winzigen Wasserläufe und an Land gibt es keine Orientierungsmöglichkeiten, weil alles eben ist und die hohen Gräser alles überragen.
Hier im Delta bilden sich unzählige Flussarme, Teiche, Kanäle und Seen. Die Flutwelle wird von den hier wohnenden Menschen jedes Jahr mit Sehnsucht erwartet, ermöglicht sie doch den Beginn der Feldarbeit.
Zurück im Crocodile Camp chartern wir am Maun Airstrip zwei Kleinflugzeuge und wollen uns das riesige Delta aus der Luft ansehen. Jetzt bekommt man einen wahren Eindruck von der Vielfalt der Natur und eindrucksvoll ist die Beobachtung großer Tierherden aus der Luft.
Schweren Herzens verlassen wir das Okavango Delta. Man kann sich nur wünschen, dass uns dieses Naturparadies noch lange erhalten bleibt, denn es gibt schon seit vielen Jahren Pläne, das Wasser des Okavango, das jetzt noch nutzlos im Delta versiegt, zu kanalisieren, um es so in die angrenzenden Trockengebiete umzuleiten und auch industriell nutzen zu können. Damit würde man dieses empfindliche Ökosystem unwiderruflich zerstören.
Chobe Nationalpark
Ein besonders schönes Camp haben wir im Moremi Wildreservat. Am Morgen geht es weiter und wir nähern uns allmählich der Magwikhwe Sandridge, vermutlich das Ufer eines ehemaligen Binnensees. Eine riesige Sandschicht ist hier geblieben, durch die sich die einspurige Piste schlängelt, eingerahmt in eine idyllische Landschaft mit teilweise dichten Wäldern. Seit Stunden schon quälen wir uns durch die dicke Sandschicht und der ohrenbetäubende Lärm des im ersten Allradgang arbeitenden Motors macht uns zu schaffen. Eine Mittagsrast neben der Sandspur bringt uns eine Überraschung besonderer Art – beim Essen sind wir im Nu von tausenden kleinen Fliegen umgeben, die sich auf alles was feucht ist, stürzen. Das Essen wird so zur Qual.
Endlich, in der Savuti Ebene angekommen, wird die Piste etwas besser und auch der Motor kann sich wieder erholen. Schließlich erreichen wir mit den Goha Hills (1.170m) die südlichen Ausläufer des Chobe Nationalparks.
Der Park, benannt nach seinem nördlichen Grenzfluss, ist über 11.000qkm groß. Der attraktivste und tierreichste Teil des Parks verläuft entlang des Chobe Flusses zwischen Buffalo Ridge und Kasane.
Wir campieren auf der Serondela Campsite, unweit vom Seeufer. Elefanten kommen abends vermehrt hierher und es gibt viele Stellen, Vögel zu beobachten, besonders Kingfisher (Eisvögel), die sich in der Dämmerung im Sturzflug auf ihre Beute stürzen.
Vom Serondela Camp ist es nicht mehr weit zur Sambiagrenze. In Kazungula, wo der mächtige Chobefluss in den Sambesi mündet, nehmen wir wieder die Fähre nach Sambia. Kurzer Stopp in Livingstone Town für die üblichen Besorgungen, bevor wir auf dem T1-Highway nach Norden Richtung Lusaka fahren.
Kafue Nationalpark
In Kalomo biegen wir auf eine Piste ab, die uns in westlicher Richtung zum Ndundumwense Gate führt, dem südlichsten Punkt des Kafue Nationalparks.
Der Kafue Park ist eines der größten Wildreservate Afrikas mit einer Fläche von über 22.000 qkm, was mehr als der Hälfte der Schweiz entspricht. Der Park besteht aus einem Süd- und einem Nordteil, die gedachte Trennung bietet die Nationalstraße M9, die von Ost nach West von Lusaka über Chunga nach Monga verläuft. Der südliche Teil des Parks ist stärker frequentiert als der nördliche. Teilweise sind die Pisten schlecht, durch Wilderei ist die Tierwelt stark dezimiert worden (vor allem Elefanten) und das starke Vorkommen der Tsetsefliege in einigen Regionen macht einem mitunter zu schaffen.
Vor dem Verlassen des Süd-Kafue gelangen wir zum Ithezi-Thezi Staudamm, der den Kafuefluss auf einer Länge von etwa 50 km staut.
Oberhalb des Sees haben wir einen schönen Zeltplatz gefunden und von hier ist es nicht weit zu der wunderschönen „Musungwa Safari Lodge“, die sich für einen Drink mit Seeblick anbietet.
Wir folgen dem Lauf des Kafue in nördlicher Richtung, überqueren den Highway T1 und gelangen am Chunga Gate in den Nord-Kafue. Dieser Teil des Parks ist nur in der Trockenzeit geöffnet, da die meisten Pisten im Busanga Sumpfgebiet bei Regen nicht passierbar sind.
Nach etwa 50 km gelangen wir zum Lufupa Camp, malerisch am Zusammenfluss des Kafue und des Lufupa gelegen.
Pirschfahrten, Angeln, Relaxen und als Attraktion eine Nachtpirschfahrt, bei der man die Tiere beobachten kann, die nachts aktiv sind, stehen auf dem Plan. Auf dem Beifahrersitz des Landrovers sitzt der sog. „Spotter“, der während der Fahrt mit einem riesigen Suchscheinwerfer die Landschaft nach Tieren absucht. So sehen wir Leoparden, Löwen, Flusspferde, Buschbabies, Genette, Warzenschwein u.s.w.
Die eindrucksvollen Erlebnisse im Lufupa Camp sind an diesem Abend noch lange Gesprächstoff.
Wegen des trockenen Wetters können wir es wagen, nördlich weiter in das Busangagebiet hineinzufahren, um in den Plains dem Shumba Camp, das nur wenige Wochen im Jahr geöffnet ist, einen Besuch abzustatten. Da hier nur sehr wenig Platz für Besucher zur Verfügung steht, haben wir uns bei den Rangern im Lufupa Camp angemeldet. Am nächsten Morgen verlassen wir die Buschsavanne und gelangen in offene Savannenlandschaft. Mittagsrast machen wir in einem Gebiet, das soweit das Auge reicht mit Termitenhügeln übersät ist. Wir laufen etwas herum und lassen uns von der Formenvielfalt der Bauten begeistern.

Schließlich erreichen wir das einsam gelegene Camp.
Das Gelände ist wegen der Vielzahl wilder Tiere zum Schutz der Besucher eingezäunt, so dass wir die Zelte innerhalb der Anlage aufstellen müssen.
Von einer Aussichtsplattform aus können wir die Ebene rund um das Camp mit dem Fernglas beobachten und sehen große Herden von Lechwe Antilopen. Auch Schakale und Warzenschweine kriegen wir vor die Linse.
Eine besonders erlebnisreiche Zeit in der Einsamkeit der Weiten der Sumpflandschaft ist leider auch wieder vorbei und der weite Weg in die "Zivilisation" liegt nun vor uns.
Kariba Staudamm
Für die Rückfahrt vom Busanga Sumpfgebiet zum Endpunkt der Reise am Sambesistausee (Kariba-Damm) nehmen wir einen langen, beschwerlichen Fahrtag in Kauf, um mehr Zeit am See zu haben. Über Chunga, Mumbwa, Kafue und Chirundu erreichen wir schließlich wohlbehalten den Ort Siavonga am Stausee.
Der Kariba Damm, der den mächtigen Sambesifluss staut, ist 280km lang und 32km breit und gilt damit als der größte künstliche See der Welt. Neben den Victoiafällen ist er eine der Hauptsehenswürdigkeiten Sambias. Der See ist extrem fischreich und bietet viele Wassersportmöglichkeiten. Über die Staumauer (128 m hoch) führt eine breite Asphaltstraße, die Sambia mit Simbabwe verbindet. Der Ort Siavonga, der letzte Punkt der Reise, liegt am nordöstlichsten Punkt des Sees, unweit der Stelle, an der der Sambesi den See wieder verlässt und sich durch einen weiteren Stausee, den Cabora Bassa, seinen Weg nach Mosambik und zum Indischen Ozean bahnt.
Ein Freund aus Kafue, auf dessen Campsite am Kafuefluss wir die erste Nacht der Tour verbrachten, hat hier an einer einsamen Bucht ein Ferienhaus, wo wir mit ihm und seinen Freunden die letzten Tage in Afrika verbringen können. In der Bar und am weitläufigen Strand gibt es eine zünftige Abschiedsfete. Eine Ziege wird geschlachtet und ein altes Klavier und einige Trommeln kommen zum Einsatz.
Lusaka ist bald erreicht und der Flieger bringt uns in den Alltag zurück.































































































