Von Fischern kaufen wir den ersten Fisch und unser Koch Chuma bereitet ein tolles Abendessen. Wir haben einen Freitag erwischt und da gibt es im Motel immer eine Band, die zünftige Musik macht und wo Fans aus der ganzen Gegend kommen, um abzurocken. Zu unseren Zelten müssen wir allerdings in der Nacht, nicht mehr ganz nüchtern, ca. 45 min zu Fuß latschen. Der Zeltplatz ist zwar sehr schön gelegen, aber es gibt sehr viele Moskitos und ein unangenehm singendes Geräusch aus einer direkt über unseren Köpfen vorbei laufenden Oberleitung.
Am nächsten Morgen geht die Fahrt auf einer guten Asphaltstraße weiter zur ca. 400km entfernten Stadt Livingstone. Auf halber Strecke campieren wir in einem Mopanewald an dem wir heute schon fast die ganze Zeit entlang fahren.
In der Stadt Livingstone, am Westende der Victoriafälle gelegen, übernachten wir auf einer Campsite in der Nähe des Ufers des Sambesi-Flusses, von wo wir in der Ferne schon das dumpfe Grollen der herabstürzenden Wassermassen hören.
Sobald wir das Camp aufgebaut haben, laufen wir zum Sambesi Canyon. Von hier kann man schon einen großen Teil der Wasserlandschaft überblicken. Die Victoria Fälle sind sicher Afrikas größtes Naturschauspiel. Innerhalb der Fälle verläuft die Grenze zwischen Sambia und Simbabwe, wobei zwei Drittel zu Simbabwe gehören.
Die Schlucht ist ca. 2Km lang und 100m tief. Die tosenden Wassermassen und die dschungelartige Umgebung der Fälle bieten immer noch weitgehend jene Unberührtheit, wie sie Livingstone 1855 bei seiner Entdeckung gesehen haben könnte.
Am nächsten Tag nehmen wir ein Taxi zur Grenze von Simbabwe. Wir besorgen uns ein Tagesvisum und wandern entlang der Straße bis zum östlichen Zugang zu den Wasserfällen am Ortsrand der Stadt Victoriafalls. Auch von hier an den vielen abenteuerlich gelegenen Viewpoints hat man einen gigantischen Ausblick auf die einzelnen Abschnitte der Fälle und das Denkmal des Entdeckers David Livingstone. Hier blickt er direkt auf den „Devil`s Cataract“ (Teufelskatarakt).
Die Höhepunkte unseres Aufenthalts an den Wasserfällen ist ein Rundflug über die Wasserlandschaft mit einem Kleinflugzeug der United Air Charters Ltd. und eine halbtägige Raftingtour in der Sambesischlucht mit der Firma SOBEK.
Es wird ein tolles, feucht-nasses Abenteuer, wobei auch 2 Boote kentern, aber alle unfreiwilligen Schwimmer wieder an Bord gehievt werden können.
Abends treffen wir uns im nahe gelegenen Intercontinental Hotel, wo das Video über die Raftingtour vorgeführt wird und wo man eine Videokopie kaufen kann. Nach dem Rundflug, der auf Simbabwe-Seite startet, machen wir noch einen Bummel durch den Ort Victoriafalls, statten dem altehrwürdigen „Victoria Falls Hotel“ aus der Kolonialzeit einen Besuch ab und nehmen einen (oder zwei) Abschiedsdrinks.
Kazungula – Nata – Kudiakam Salzpfanne – Maun - Okavango
Weiter geht es in südlicher Richtung auf einer guten Asphaltstraße bis zum Ort Nata. Hier biegen wir nach Westen ab und fahren über eine breite, hervorragende Piste. Wir sind nun im Gebiet der riesigen Salzpfannen von Makgadigadi, Nxai und Kudiakam und daher besteht die Pistenoberfläche vorwiegend aus fein gemahlenem Salzstaub. Eine breite Asphaltstraße ist aber bereits im Bau.

Nach weiteren 18 km erreichen wir das Kerngebiet der Kudiacam Salzpfanne. Die Gegend hier ist topfeben und mit Salzkrusten überzogen. Dann tauchen plötzlich am Horizont die Riesenbäume auf.
Die Gruppe dieser Baobabs, auch „Sleeping Sisters“ genannt, ist nach dem Forscher und Maler Thomas Baines benannt, der als erster Weißer Mitte des 19.JH hier durchzog und die Bäume malte. Im Schatten der Riesenbäume schlagen wir unsere Zelte auf.

Okavango Delta
Mit großen Einbäumen (Mokoros) leiten die Hirten die Rinderherden, die am Ufer grasen oder durch die Schilftümpel waten. Wir laden die Zelte und die Ausrüstung mit Verpflegung für die nächsten 3 Tage in die Boote und fahren los.
Die Flussarme werden immer enger und sind von Schilf fast zugewachsen, aber nach einigen Stunden zügiger Fahrt, auf der wir viele Tiere beobachten können, erreichen wir die vorgesehene Lagerstelle.
Von hier aus machen wir in den nächsten Tagen immer wieder Erkundungsfahrten in das Wasserlabyrinth.
Ohne Führer kann man aus der diesem Labyrinth kaum zurückfinden, zu sehr ähneln sich die Kreuzungen und Abzweigungen der winzigen Wasserläufe und an Land gibt es keine Orientierungsmöglichkeiten, weil alles eben ist und die hohen Gräser alles überragen.
Hier im Delta bilden sich unzählige Flussarme, Teiche, Kanäle und Seen. Die Flutwelle wird von den hier wohnenden Menschen jedes Jahr mit Sehnsucht erwartet, ermöglicht sie doch den Beginn der Feldarbeit.
Zurück im Crocodile Camp chartern wir am Maun Airstrip zwei Kleinflugzeuge und wollen uns das riesige Delta aus der Luft ansehen. Jetzt bekommt man einen wahren Eindruck von der Vielfalt der Natur und eindrucksvoll ist die Beobachtung großer Tierherden aus der Luft.
Schweren Herzens verlassen wir das Okavango Delta. Man kann sich nur wünschen, dass uns dieses Naturparadies noch lange erhalten bleibt, denn es gibt schon seit vielen Jahren Pläne, das Wasser des Okavango, das jetzt noch nutzlos im Delta versiegt, zu kanalisieren, um es so in die angrenzenden Trockengebiete umzuleiten und auch industriell nutzen zu können. Damit würde man dieses empfindliche Ökosystem unwiderruflich zerstören.
Endlich, in der Savuti Ebene angekommen, wird die Piste etwas besser und auch der Motor kann sich wieder erholen. Schließlich erreichen wir mit den Goha Hills (1.170m) die südlichen Ausläufer des Chobe Nationalparks.
Der Park, benannt nach seinem nördlichen Grenzfluss, ist über 11.000qkm groß. Der attraktivste und tierreichste Teil des Parks verläuft entlang des Chobe Flusses zwischen Buffalo Ridge und Kasane.
Wir campieren auf der Serondela Campsite, unweit vom Seeufer. Elefanten kommen abends vermehrt hierher und es gibt viele Stellen, Vögel zu beobachten, besonders Kingfisher (Eisvögel), die sich in der Dämmerung im Sturzflug auf ihre Beute stürzen.
Vom Serondela Camp ist es nicht mehr weit zur Sambiagrenze. In Kazungula, wo der mächtige Chobefluss in den Sambesi mündet, nehmen wir wieder die Fähre nach Sambia. Kurzer Stopp in Livingstone Town für die üblichen Besorgungen, bevor wir auf dem T1-Highway nach Norden Richtung Lusaka fahren.
Kafue Nationalpark
Vor dem Verlassen des Süd-Kafue gelangen wir zum Ithezi-Thezi Staudamm, der den Kafuefluss auf einer Länge von etwa 50 km staut.
Wir folgen dem Lauf des Kafue in nördlicher Richtung, überqueren den Highway T1 und gelangen am Chunga Gate in den Nord-Kafue. Dieser Teil des Parks ist nur in der Trockenzeit geöffnet, da die meisten Pisten im Busanga Sumpfgebiet bei Regen nicht passierbar sind.
Nach etwa 50 km gelangen wir zum Lufupa Camp, malerisch am Zusammenfluss des Kafue und des Lufupa gelegen.
Pirschfahrten, Angeln, Relaxen und als Attraktion eine Nachtpirschfahrt, bei der man die Tiere beobachten kann, die nachts aktiv sind, stehen auf dem Plan. Auf dem Beifahrersitz des Landrovers sitzt der sog. „Spotter“, der während der Fahrt mit einem riesigen Suchscheinwerfer die Landschaft nach Tieren absucht. So sehen wir Leoparden, Löwen, Flusspferde, Buschbabies, Genette, Warzenschwein u.s.w.
Wegen des trockenen Wetters können wir es wagen, nördlich weiter in das Busangagebiet hineinzufahren, um in den Plains dem Shumba Camp, das nur wenige Wochen im Jahr geöffnet ist, einen Besuch abzustatten. Da hier nur sehr wenig Platz für Besucher zur Verfügung steht, haben wir uns bei den Rangern im Lufupa Camp angemeldet. Am nächsten Morgen verlassen wir die Buschsavanne und gelangen in offene Savannenlandschaft. Mittagsrast machen wir in einem Gebiet, das soweit das Auge reicht mit Termitenhügeln übersät ist. Wir laufen etwas herum und lassen uns von der Formenvielfalt der Bauten begeistern.

Schließlich erreichen wir das einsam gelegene Camp.
Von einer Aussichtsplattform aus können wir die Ebene rund um das Camp mit dem Fernglas beobachten und sehen große Herden von Lechwe Antilopen. Auch Schakale und Warzenschweine kriegen wir vor die Linse.
Eine besonders erlebnisreiche Zeit in der Einsamkeit der Weiten der Sumpflandschaft ist leider auch wieder vorbei und der weite Weg in die "Zivilisation" liegt nun vor uns.


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